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POWERMAN GERMANY 2014

Powerman Germany und Deutsche Meisterschaften über die Langstrecke (16-64-8) in Falkenstein (Vogtland/Sachsen)

 

Man müsste ja meinen, dass Landarbeiter, die tagtäglich unter freiem Himmel in und mit der Natur arbeiten ihre Bauernregeln nicht aus Spass an der Freude erfunden haben. So langsam werde Ich auf jeden Fall zur Eisheiligen-Gläubigen. Vor genau einem Jahr hat es die wunderschöne Mitteldistanz des Tri-Pfalz in Kaiserslautern mit 7 Grad Außentemperatur, Dauerregen, Wind und Hagel gebeutelt – dieses Jahr sah es beim Powerman Germany in Falkenstein/Vogtland (Sachsen) kein bisschen anders aus. Dauerregen, dicke Nebelschwaden und kuschelige 4-5 Grad.

 

Egal, dachte ich, bei den eröffnenden 16km werde ich mich schon auf Temperatur laufen. Nach den ersten drei Strassenkilometern ging es ab in den Wald und über recht zermatschte Forstwege die 400Hm hinauf zum Wendepunkt – dann ebendiese Strecke wieder hinab und zurück zur Wechselzone.

 

Die 8km bergab waren hierbei außreichend um sämtliche erlaufene Wärme wieder an Mutter Natur abzugeben, was die geplante Wechselzeit von unter 2 Minuten in fast 5 Minuten ausarten lies, da sich meine Radhandschuhe partout nicht über die tauben und nassen Finger ziehen lassen wollten. Als ich den linken Handschuh selbst unter Zuhilfenahme meines Beißwerkes nicht angezogen bekam verlor ich jegliche Geduld und stieg mit Radbrille im Mund und halb angezogenem Handschuh auf‘s Rad. Immerhin lies mich das völligst vergessen mit eben noch einigermaßen warmen Füßen sockig durch das patschnasse Gras rennen zu müssen. Nächste Herausforderung war dann beim Bergauffahren mit erfrorenen Händen die Radschuhe anzuziehen – lustig muss das ausgesehen haben – vor allem mit dem restlichen Equipment zwischen den Zähnen. Irgendwie habe ich es dann aber doch geschafft bis zum ersten ernsthaften Anstieg Radschuhe, Handschuh und Brille in Position zu bringen.

 

Ich war ja wirklich gespannt, wie sich das Radfahren mit vorermüdeten Beinen anspürt. Zumal 16km Laufen mit 400hm kein Pappenstiel sind. Ganz im Gegenteil – vor allem das bergab stürmen zerstört ja bekanntlich recht effektiv die Muskulatur. Auf jeden Fall war ich erstmal sehr positiv überrascht, da es sich extrem angenehm auf dem Rad anließ. Bergauf war auch weniger das Problem. Ungemütlich wurde es erst auf einer der flacheren Passagen. Ordentlich Fahrtwind kombiniert mit dem Dauerregen und den kalten Temperaturen, die in den höheren Teilen der Radstrecke bei 4-5 Grade gelegen haben sollen und das Gefühl, wie die Kälte in den Körper kriecht, ergeben Momente in denen man sich sehnlichst wünscht der Wettkampf ginge ausschließlich bergauf und nur nicht bergab. Nicht schön, wenn man zu dem Zeitpunkt auch gut dreiviertel der Radstrecke noch vor sich hat und der Körper sich notgedrungen dazu entschließt über unkontrollierbares Zittern sämtlicher Körperteile "Wärme" zu erzeugen. So wurde es leerer und leerer auf dem - bei Sonnenschein mit Sicherheit unglaublich schönen - Radkurs. Auch die starke Julia Viellehner und Kristina Lapinova entschieden aus dem rennen auszusteigen.

 

Selbst wenn ich den ein oder anderen grenzwertigen Moment hatte, kam dies für mich jedoch nicht in Frage. Da ich immernoch voll funktionsfähig war, war klar, dass weitergemacht wird. Mit Wolfgang Egger habe ich gelernt mit derartigen Situationen umzugehen und anstatt mich auf schlechte Gedanken und das Zittern zu konzentrieren habe ich den Fokus ganz woanders hingelenkt – mit Erfolg. Was mich am Ende fast am meisten gefreut hat, war die Tatsache, dass man mir sagte ich hätte ausgesehen als würde ich nicht so frieren wie alle anderen :-) Ich bin mir dessen allerdings noch nicht ganz sicher...

 

Letztenendes war es aber auch der Sinn und Zweck der Duathlonidee gewesen – dass ich im Laufe dieser Saison mental auf diesem Erlebnis aufbauen kann. Duathlon ist ja auch bei schönem Wetter ein hartes Stück Arbeit.

Die letzten 8km waren erstaunlich positiv zu bewerten, da nach ca 2 km sich Laufwärme im Körper breit zu machen begann und nach 3-4km die Füße wieder zu spüren waren. Eine schier unglaublich erfreuliche Empfindung. Und so hat man den ein oder anderen strahlenden Läufer über die letzten 8km „fliegen“ sehen der wohl ähliches empfand :-)

 

Die letzte Pain war dann die Dopingkontrolle. Ohne heiß ersehnte Dusche und einem warmen Getränk nochmal eine Stunde lang nichts als stilles kaltes Wasser und ein kalter Dopingkontrollraum im Sportstadion. ABER, es ist ja gut, dass es die Kontrollen gibt! Und die freundlichen Kontrolleure/innen haben sicher an dem Tag auch gut frieren müssen. Für diese wiedrigen Umstände war meine Dopingbegleitung außerordentlich hilfsbereit, freundlich und geduldig.

 

Ich gratuliere den Mädels - auf Platz 1 Susanne Svendsen und auf Platz 2 Katrin Esefeld - ganz herzlich zu ihren tollen Ergebnissen.

 

Nach fast einem halben Kilo Toblerone (vielen Dank an diese nette Aufmerksamkeit der Powerman Zofingen Veranstalter) bin ich jetzt auch wieder zu jeder Schandtat bereit!

 

See you next year in Falkenstein (maybe ;-)),

POWER ON!

Celi