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IRONMAN KLAGENFURT 2014

Und es geht wieder voran...

 

Nach dem frustrierten ersten Nachrichten-posting am 29.6. auf Facebook habe ich den Spieß inzwischen umgedreht und auch die Mundwinkel zeigen wieder in die richtige Richtung :-) Das Ergebnis in Klagenfurt spiegelt einfach genau das wieder, was ich im Training bis dato umsetzen konnte. Es gab keinerlei Hinweise in auch nur einer Session auf eine schnellere Endzeit. Im Gegenteil.

 

Natürlich ist man aber erst einmal stimmungsmäßig down, wenn man sein Wunschtraumziel (und ich betone: WUNSCHTRAUM) nicht erreicht hat, man schon auf den ersten Radkilometern merkt, dass die Kraft in den Beinen fehlt und dann im Ziel eine 9:50:10h und ein 16. Platz gesamt zu Protokoll stehen wobei man weiß, dass das alles auch schon einmal schneller und weiter vorne ging. Und das Ziel ja ist SCHNELLER und nicht langsamer über seine Lieblingsdistanz zu werden.

 

Jammern auf hohem Niveau? Ich denke in gewisser Weise schon. Wie viele Athleten würden sich riesig über eine sub-10 im Ironman freuen. Was unterscheidet mich von diesen Athleten? Mit Sicherheit nicht die Tatsache, dass ich tagein tagaus nichts anderes zu tun habe als zu schlafen, essen und trainieren. Im Gegenteil. Ich habe mich dazu entschieden auf sehr viel zu verzichten, in der Selbstständigkeit zu arbeiten um die Miete zahlen und meinen Traum leben zu können. Nicht mehr und nicht weniger. Und das ist keine Klage – denn ich liebe ja das was ich tue. Was nicht jeder von seinem Tagesablauf behaupten kann.

 

Aber ich wollte den Spieß ja noch umdrehen ;-) In Retrospektive lief der Wettkampf bis km 22 beim Laufen doch noch wirklich richtig gut was das Tempo angeht. Nach 1:38:16h war ich bis km 22 noch mit einem 4:28‘/km Tempo unterwegs.

 

Doch dann kam der Einbruch. Und wie. Magen zu, Beine leer. Man meint immer, dass es einen so hart noch nie getroffen hat. Aber das stimmt so nicht – auch wenn es sich in dem aktuellen Moment so schlimm wie nie anfühlt. Unser Gehirn ist ein hervorragender Verleumder wenn es um schmerzhafte Situationen geht. Das hat die fatale Folge, dass man im präsenten Moment oft denkt „das ist das härteste was ich je versucht habe durchzuhalten“. Was ganz einfach nicht stimmt. Aber wer würde sich noch jemals wieder auf das Abenteuer Langdistanz Triathlon einlassen, wenn alles was im Gedächtnis zurückbleibt die Schmerzen sind. Die letzten 20,2 km ins Ziel brauchten mich – inklusive Gehpausen und Toiletten-Stop 1:53:03h. Ein 5:36‘/km Schnitt. Whooouuups…. Sehr sehr schade. Hatte ich mir den IM Klagenfurt doch im vergangenen Jahr schon herausgesucht um mich an eine 9:25:00h heranzuschleichen. Dennoch, ich habe mir nichts vorzuwerfen – es lag weder an meinem Kopf noch an mentaler Stärke – im Gegenteil, wäre das beides nicht vorhanden gewesen, hätte ich keinen Schritt mehr getan und mich heulend vor Erschöpfung und Schmerzen an den Straßenrand gesetzt. Mein gesamter Bauch war steinhart und fühlte sich an, als hätte mir Mike Tyson persönlich stundelang die Magengrube poliert. Meine Oberschenkel waren zu beef jerky mutiert. Totes, abgehangenes und versalzenes Trockenfleisch.

 

Je weiter nun mit dem IM Klagenfurt meine 15. Ironman Distanz in die Ferne rückt, desto besser erkenne ich auch an, dass die verletzungsbedingte Laufpause aufgrund des hartnäckigen Knochenödems im Schienbein im Oktober 2013 einfach ein großes Loch in meine Wettkampfgrundlage für 2014 gefressen hatte.

 

Bis Ende Dezember war kein ordentliches Lauftraining möglich gewesen. Aquajogging, Crosstrainer, dann eine Kombination aus Laufband und Crosstrainer, kurze 3-4km Laufstrecken mit viel Fussgelenksarbeit. Wie froh war ich noch vor 6 Monaten, überhaupt 4km schmerzfrei laufen zu können. Das alles passt nun 1:1 mit dem Ergebnis im Wettkampf zusammen. Während lange Läufe im Winter/Frühjahr 2011 und 2012 zum sonntäglichen Standardprogramm gehörten sowie Tempotraining und Bergläufe unter der Woche, war Ende 2013/Anfang 2014 Pause, Schonung und Gesundwerden angesagt. Nichts mit langen Läufen. Man sagt nicht umsonst: „Im Winter werden Champions gemacht“. Das konnte ich in 2012 und 2013 jeweils im März mit Marathonzeiten von 3:06h und 3:02h auch bestätigen denen dann eine 9:34h und 9:30h auf der Langdistanz im jeweiligen Sommer folgte. Da hatte ich beide Male einen sehr ordentlichen Lauftrainingsaufbau über die kalten Wintermonate genießen dürfen.

 

Als ich mir am 30.6. dann nach 700km und 8 Stunden Autofahrt wieder gesund zu Hause gelandet war und beim Auspacken+Wäsche waschen+Rad umbauen das Deutschland-Algerien WM-Spiel im Radio mit verfolgte, dachte ich nur: „selbst die Fußballprofis die mit so guten Voraussagungen in die WM gestartet sind, können einen richtig schlechten Tag (oder eine richtig schlechte Konstellation) erwischen und völlig unter ihrem Potential spielen“.

 

Na also! Und so halte ich es dieses Jahr mit unserer Fußball-Elf und schieße meine Tore eben ganz zum Schluss wenn es am spannendsten wird.

 

Den wunderschönen Wörthersee werde ich so schnell auf jeden Fall nicht vergessen!!!

 

In diesem Sinne: Jetzt erstmal 14 Tage ordentliche Regeneration...

 

...und dann onwards and upwards.

 

Eure Celi :-)