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CHALLENGE ROTH 14/7/2013

WOW!!!! Eigentlich fehlen mir jetzt noch die Worte. Ist DAS noch zu toppen? Challenge Roth 2013. Das WAR ein Traum. Einer aus dem man am liebsten nicht wieder aufgewacht wäre. Ich bin kurz davor zu behaupten ich hätte mein Ziel eine sub-9:30h zu erreichen nur deshalb um sieben Minuten verfehlt, weil ich nicht so schnell wie möglich an der Ziellienie, sondern viel lieber so lange wie möglich auf der Wettkampfstrecke sein wollte. Unglaublich und unbeschreiblich wie sich das angefühlt hat Teil dieses Events gewesen zu sein. Laut polizeilichem Schätzwert waren 200.000 Zuschauer an der Strecke. Die Finisherquote bei den Männern lag bei 91%, bei den Frauen bei 94% und bei den Staffeln bei 97%. Noch dazu: Sommer, Sonne, Sonnenschein und eine Regenwahrscheinlichkeit von 0%. Den ganzen Tag.

 

Dies war nun meine fünfte Teilnahme bei der wundervollen Challenge Roth und den Solarer Berg habe ich immer schon als ganz besonderes Erlebnis empfunden – selbst in 2008 war er bei 12 Grad und strömendem Dauerregen gefüllt mit in Regenjacken- und -mänteln verpackten Zuschauern. Dieses Jahr, bei absolut grandiosen Bedingungen, war es ein schlichtweg surreales Erlebnis. Ich habe den Mund nicht zubekommen als ich um die Kurve nach Hilpoltstein bog und diese riesige Zuschauermenge sah auf die ich da zuradelte. Für einen Moment blieb mir das Herz stehen – um dann freudig erregt weiterzuschlagen. Eine geschlossene Decke an Menschen – ein Meer voller jubelnder, rufender, schreiender und strahlender Gesichter die Ihre geballte Energie an uns Teilnehmer weiterzugeben schien. DANKE DASS ICH DAS ERLEBEN DURFTE. Das war mein großartigstes und gänshauterzeugendstes Erlebnis seit ich vor ca 9 Jahren mit dem Triathlon begann. Ich werde es niemals vergessen. NIEMALS. Danke CHALLENGE ROTH. Danke Felix, Kathrin und Alice Walchshöfer. IHR SEID E-I-N-Z-I-G-A-R-T-I-G!

 

Schon die Woche bis zum 14.7. war gefüllt mir Sonnenschein und angenehm sommerlichen Temperaturen. Das Challenge Team war seinem Zeitplan weit voraus und die Aussichten auf Sonntag ließen nur GUTES verheißen. Entsprechend entspannt verstrich die Zeit bis zum großen Tag X. Der Wettkampfmorgen hätte traumhafter nicht sein können. Um 3:30Uhr als mein Wecker klingelte und ich aus dem Badezimmerfenster schaute war es draußen mucksmäuschen still und ich blickte in einen sternenklaren Himmel. Absolute Windstille. Dank der spitzenmäßigen Organisation verlief auch die vorwettkampfliche Parkplatzsuche reibungslos. Dann ging alles recht fix. Laufräder aufpumpen, Radschuhe befestigen, Wettkampfernährung anbringen, Rad-Beutel ablegen, Therabandwarmup, Gelenksmobislisation, Musik auf die Ohren und abschalten, sich immer wieder sagen, dass man sich perfekt vorbereitet hat und dass dies ein genauso perfekter Tag wird. Dann Neo an, einölen, Badekappe und Brille auf, After-Race-Beutel abgeben und ab über die Timingmatte in die Startbox. Zusammen mit 300 anderen hufescharrenden Triathleten – ein Großteil mit dem Ziel unter 9 Stunden zu finishen.

 

Zum Startschuss kam es dann nicht, da sich die Meute auf einmal kurz vor 6:30Uhr ganz von alleine in Bewegung setzte. Ein Meer an Adrenalin-Junkies auf dem Weg die 3,8km im angenehm 22 Grad-warmen Main-Donaukanal so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Ich hatte mich vorsorglich ganz hinten rechts außen am Rand einsortiert. Das hieß zwar extra Meter Schwimmen aber dafür weniger Prügel einkassieren. Die Rangelei beim Schwimmstart, die mir vor neun Jahren nichts ausgemacht hatte – im Gegenteil – macht mir inzwischen eher Angst. Alles in allem hatte ich das Gefühl richtig gut zu schwimmen. Mit Kraft und guter Technik. Ich war hellwach, fokussiert und versuchte mich immer wieder auf einen kraftvollen Armzug mit viel Abdruck zu konzetrieren. Auf dem Weg zum zweiten Wendepunkt überholte mich eine vierer-Gruppe an die ich mich hinten dranhängen konnte. Als ich aus dem Wasser kam hatte ich einen gefühlten 1:35‘/100m Schnitt über die 3800m hinter mir. Das wäre dann ziemlich genau eine 1:00:10h gewesen. Aber nein – die Uhr zeigte 1:03:02h. Mist. Gleich abhaken und weiter machen dachte ich mir (im Nachhinein zeigte sich, dass sämtliche Topstarter die auch letztes Jahr hier in Roth waren, dieses Jahr zwischen 2-3 Minuten langsamer geschwommen sind). Drei Minuten kann man auf dem Rad wieder einfahren. Und so war es dann auch. Ruckzuck durch die Wechselzone und ab auf mein hübsches neues cmt3-TE QUIAERO-Carbonrädchen. Die kompletten 180km waren SPASS PUR! Die Ernährungsstrategie ist zu 100% aufgegangen, ich hatte durchweg gute Beine und habe mich auf dem neuen Tria-Rädchen einfach SAUWOHL gefühlt. Das muss man jetzt mal so deutlich sagen. Vor allem in Anbetracht der Tatsache wieviele Athleten die Aeroposition als unangenehm empfinden. Danke hier noch einmal an Jochen Reinhart, den Inhaber von cmt3-bikes, Mathias Riester der mein Rad immer bis auf die kleinste Schraube durchcheckt bevor ich in den Wettkampf starte und an Fritz Buchstaller der kurz vor dem Wettkampf noch 2-3 kleine Veränderungen mit GROßER Wirkung an meiner Rad-Einstellung vorgenommen hatte. Ganz ganz große Klasse. Meinetwegen hätte die Strecke auch doppelt so lang sein dürfen. Ich war wirklich bestens equipped. My bike is my sofa ;-)

 

Der Wechsel zum Laufen war dann viel langsamer als geplant – ohweh ohweh - das muss nochmal geübt werden. Fast 90 Frauen haben schneller gewechselt als ich. Schande über mich. Da dies nun erst der zweite Triathlon Wettkampf in einem Jahr war, seitdem ich mir im August letzten Jahres das Schlüsselbein gebrochen hatte, fehlte mir da wohl etwas die Übung. Hier hätte ich eine gute Minute einsparen können. Okay – auch egal - ab auf die Laustrecke. Die Beine fühlten sich grandios an und wollten gleich im 4er Schnitt los. Der erste Kilometer war dann auch viel zu schnell – also BREMSE rein und runter auf einen 4:40er Schnitt. Inzwischen wusste ich auch, dass ich auf Platz 8 im Gesamtklassement lag.

 

Ich kann mich nicht daran erinnern dann irgendwo auf der Strecke eingebrochen zu sein. Natürlich wurde es gegen Ende hin hart – aber ich war keinen Moment in der Situation zu denken oder fühlen dass gerade gar nichts mehr geht. Ich hatte durchgehend das Gefühl dass da noch Sprit im Tank ist. Diese stabile mentale Lage, die mich inzwischen immer öfter und vor allem immer länger bei den Wettkämpfen begleitet, ist Wolfgang Egger zu verdanken. Seit nun fast zwei Jahren arbeiten wir zusammen und er ist einer der wichtigsten Bestandteile meines Trainings geworden. Wofgang ist Mentaltrainer und Motivational Speaker und macht dies, weil es seine Berufung ist. Sobald bei mir ein Gedanke schief läuft biegt er ihn wieder gerade. Ich bin ihm unendlich dankbar für das was er die letzten Monate - vor allem auch in Zeiten meines Schlüsselbeinbruchs - für mich getan hat! Er schafft es immer wieder aus einem kleinen Negativdenker wie mir einen Positivdenker zu machen - weil er mir klar macht, dass DAS letzten endes die BESSERE Option ist.

 

Dieses Jahr hatte ich auch das erste mal ein richtiges Carboloading durchgeführt. Drei Tage keine Kohlenhydrate und dann drei Tage lang 8g Kohlenhydrate/Kg Körpergewicht. Am Wettkampfmorgen habe ich 1200kcal zu mir genommen (zwei Flaschen Fresubin-Energy, ein Honigbrötchen, eine Butterbrezel). Dazu eine Tasse grünen Tee. Kaffee trinke ich nun schon gut 6 Monate nicht mehr. Seit ich das geschafft habe, habe ich keinerlei Magenprobleme mehr im Wettkampf. Ein ganz ganz tolles Gefühl wenn der Magen in Ordnung ist. Das ist etwas was ich jetzt ganz bewusst auch im Wettkampf genießen kann. Denn alles was ich an Wettkampfverpflegung zu mir nehme kommt auch da an wo es hin soll. Bei der Muskulatur. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl in ein energetisches Loch zu fallen oder „gegen die Wand“ zu rennen. Ich denke die Tatsache, dass ich anstatt einen 4:40er-4:45er Schnitt durchzulaufen (und mich in die ECHTE PAIN-BOX zu begeben) mich an einer erträglichen Schmerzgrenze bewegte, um den 8. Platz zu halten, aber auch nicht die ganze Atmosphäre ausblenden zu müssen hat dann zu einem insgesamt langsameren Durchnittstempo geführt. Bestezeit wäre es nicht mehr geworden und eine sub-9:30 auch nicht mehr. Platz sieben war 7,5 Minuten vor mir und Anna Kusch, Ali Hollingston und Nicole Leder auf sicherem Abstand hinter mir solange ich nicht einbrechen würde. Und da war ich mir 150%ig sicher dass das nicht passieren würde. Dafür fühlte ich mich zu prächtig :) Wen wundert es auch...so viele halbnackte braun gebrannte Männer habe ich noch nicht einmal an einer Wettkampfstrecke gesehen. Eine Laola-Welle nach der anderen. Irgendwie waren die Zurufe, Plakate und Supporter dieses Jahr auch kreativer als sonst. Eine einzige riesige PARTY. Vor allem in Eckersmühlen. Am liebsten wär ich dort geblieben und hätte mitgefeiert :) Die Zuschauer der Challenge Roth hätten für ihre einzigartige Performance selbst den Goldenen Zuschauerpreis verdient. Die ÜBERAUS freundlichen Voluntäre waren dann noch das Sahnehäupchen der Veranstaltung. Danke für SO VIEL Freude und Freundlichkeit!

 

Auch die Siegerehrung war wirklich toll gemacht. Es ist berührend und bewundernswert zugleich wie die Familie Walchshöfer Jahr um Jahr professioneller wird und es macht Spass die Challenge Roth und das Challenge Label wachsen zu sehen – OHNE dabei an Authentizität zu verlieren. Jedes Lächeln, jede Umarmung und jede Unterhaltung trägt eine Wärme in sich die nur von Herzen kommen kann. Ich habe tiefsten Respekt vor dem, was diese Familie, Ihr Team und all Ihre supporter und Helfer da auf die Beine Stellen. Es ist schlichtweg bewundernswert! Soviel zu "Bilder sagen mehr als Worte"... Bildquelle: Frank Wechsel/tri-mag.de

 

Danke dass ich ein Teil davon sein durfte. Als Endresultat sogar mit einem 3. Platz im Elitefeld der Deutschen Langdistanzmeisterschaften und einem 8. Platz gesamt in einer Zeit von 9:37:38 std.

 

Und nicht zuletzt möchte ich mich für die tollen Ergebnisse meiner beiden Athleten Uwe Lederle und Volker Ewen bedanken! Volker ist mit dem zweifachen IM Worldchampion Chris MacCormack in der Staffel gestartet und mit 3:28h seine Bestzeit im Marathon gelaufen. Uwe hat mit nur DREI MONATEN Vorbereitung und einem äußerst zeitintensiven Job seine erste Langdistanz sauber gefinisht und war auf den letzten beiden Kilometern, die ich ihn ins Ziel begleiten wollte, so verdammt schnell, dass ich mit meinen zerstörten Beinen nicht mehr mitkam!! Haha....auch ein Moment der GOLD WERT war.

 

Meine Athleten glücklich zu sehen macht mich fast glücklicher als meine eigene Leistung. SPITZENMÄßIG ihr zwei! So kann's doch weitergehen :) In diesem Sinne, Eure Celi