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11. PLATZ GESAMT/6. PRO BEIM 70.3 (TRIATHLON) DUATHLON LUXEMBOURG 2016

 

Ein Wettkampfbericht und ein bisschen mehr als das..

Nun ist also auch das 6. Triathlon/Duathlon Rennen dieser Saison erledigt. Moment, "erledigt" passt ja mal so gar nicht. Dafür hat es viel zu sehr Spaß gemacht. Und ich muss ja auch keine Rennen "erledigen", ich möchte teilnehmen, darf und kann. Und das ist ein Privileg, welches ich sehr zu schätzen weiß. Auch wenn das im Wettkampf nicht immer so ausschauen mag ;-)

 

Dennoch, Ich genieße jede Sekunde jeden Rennens, weil ich inzwischen um das Ende meiner Zeit in diesem tollen Sport weiß. Und auch am vergangenen Samstag, beim 70.3 Luxembourg, mit wirklich nicht mehr frischen Beinen und wahrscheinlich einem leicht gequälten Gesicht, habe ich trotzdem die Wettkampf-Atmosphäre, die wahnsinnig schöne Landschaft und das Gefühl ein Teil des Ganzen zu sein unglaublich genoßen.

 

Wir sollten viel öfter und bewusster erkennen wie wertvoll das alles ist. Nein, nicht wir, ICH sollte dies. Dabei habe ich in den vergangenen Jahren vieles als so schwer empfunden, das sehr kleine finazielle Budget, die Arbeit an der eigenen Existenz kombiniert mit so vielen Ansprüchen an mich selbst. Auch sportlichen Ansprüchen. Ein "was wäre gewesen wenn"...wird immer bleiben... Aber irgendwann muss man neue Wege gehen. Spätestens dann, wenn man nicht mehr glücklich ist. Und manchmal gehört eine ganz große Portion Ehrlichkeit dazu, sich dies selbst einzugestehen. Es ist ein Prozess, der reifen muss. Ich konnte noch nie ohne Sport sein. Ich liebe Bewegung. Früher waren es Turnen und Ballett, Reiten, Klettern, Snowboarden und Wellenreiten bis ich über Umwege zum Radfahren und letztendlich Triathlon kam. Jetzt sind es 12 Jahre und bald 20 Langdistanzen sowie unzählige kürzere Rennen. Ich habe mein Ziel erreicht und eine Langdistanz in 9:30 Stunden bewältigt (Challenge Vichy 2013), war bei der Challenge Roth 2x in den Top 10 und habe dort in 9:34 und 9:37 Stunden die Ziellinie überqueren dürfen. Ich durfte mich 2013 ETU Vize-Europameisterin auf der Langstrecke nennen, Vize-Baden-Württembergische Meisterin auf der Mitteldistanz 2013 & 2014, Vize-Deutsche Meisterin auf der Duathlon Langstrecke 2014 und hatte den 3. Platz (Elite) bei den Deutschen Meisterschaften auf der Langstrecke 2013. 

Die Saison 2016 habe ich mir nun absichtlich bis ganz oben voll gepackt. Mit zahlreichen schönen Wettkämpfen. Ein bisschen Powerman, Rhein-Neckar Triathlon Cup, 70.3 und Ironman Rennen, sowie Wettkämpfen im Breisgau und Andalusien die mir einfach ans Herz gewachsen sind.

Ich möchte Spaß haben. Und mit Spaß noch einmal ordentliche Leistung bringen. Noch einmal spüren wie es sich anfühlt topfit und kerngesund zu sein. Die Sonne im Freibad auf die Haut brennen lassen während ich unter mir eine Bahn nach der anderen abspule. Ich liebe schwimmen und liebe das Schwimmen nach Programm. Das hat auch die Tatsache nicht ändern können, dass ich mit 58-62 Minuten auf 3,8km eine lahme Ente bin. Zumindest im Vergleich zu meiner Konkurrenz. Ich liebe das Gefühl nach einem langen Lauf oder einer langen Radausfahrt die Gedanken einmal weit weit ziehen gelassen zu haben. Wie bei einer ausgedehnten Meditation. Ein sehr reinigendes Gefühl. Auch den Körper bei intensiven Einheiten genauso intensiv zu spüren, dermaßen Eins zu sein mit sich selbst und mit jeder einzelnen Muskelfaser. Zu erfahren, wie sehr sich unsere Gedanken und Emotionen auf unser körperliches Befinden und unsere Leistungs- sowie Leidensfähigkeit auswirken. Dieser Sport ist so facettenreich, nicht nur was das Training dreier verschiedener Disziplinen angeht.

Ich habe wanhsinnig schöne Momente erleben und interessante Menschen kennen lernen dürfen. Der Triathlon hat mich reich beschenkt - sehr sehr reich. Dazu gehört nicht nur, aber auch, die großzügige Unterstützung meiner Sponsoren und Trainer/Innen die mir mit Ihrem Support in den letzten Jahren so oft Herzklopfen bis hin zu Freudentränen beschert haben. Ich werde immer DANKBAR dafür bleiben. Diese Dankbarkeit nicht mehr zu spüren wäre ein großer Verlust für mich. Und ich hoffe, diese positiven Schwingungen kommen immernoch bei den Menschen an, die mich so liebenswürdig unterstützt haben.

Aber er braucht auch Zeit, der gute "alte" Triathlonsport, unglaubliche Disziplin, Eigenverantwortung, Eifer, Motivation und Fingespitzengefühl um die Balance nicht zu verlieren. Und Egoismus. Leider auch das. Als ehrgeiziger Mensch mit einem gewissen Anspruch an sich selbst, sieht man es nicht gerne, wenn die Leistungskurve beginnt rückläufig zu werden, aber die Kraft nicht mehr da ist alles zu bewältigen. Das eigene Business und die Weiterentwicklung des selbigen, Fort- und Weiterbildung, Finanzen und last but really not least, die liebe Familie, Freunde und das soziale Umfeld. Ich glaube feste daran, dass wir nur gesund sein können, wenn unsere menschlichen Beziehungen dies ebenfalls sind. Wir brauchen einen intakten Freundeskreis. Uns geht es besser, wenn wir mit unserer Familie im Einklang stehen. Aber auch das braucht sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit. Alles - wirklich alles - ist ein Geben und Nehmen. Nur Geben, nur Nehmen führen irgendwann zu GEstörten und ZERstörten menschlichen Beziehungen und damit zu unglücklichen und letztendlich kranken Menschen. 

 

Ich bin ein Mensch der gerne gibt und es nagt an mir, dass ich so viel Zeit für mich beanspruche, um meine Existenz zu sichern, um mich beruflich auf eine stabile Basis zu befördern, um mein Training zu absolvieren, um um um...

Die erste Stufe der Maslowschen Pyramide bröselt schon zu lange und ich kann nicht mehr an allen Ecken und Ende versuchen zu kitten während ich zeitgleich versuche körperliche Höchstleistungen zu erbringen. Für 2-3 Jahre geht das Mal. Bei über einem Jahrzehnt wird es irgendwann schwierig und zäh. Wenn ich mich nicht hier und jetzt auf eine Sache fokussiere bricht das Fundament weg. Also heißt es nun Fokus auf die allem zugrunde liegende Bais. Fundamentale Arbeit nachholen die schon lange fällig ist. 

Dies bedeutet am Ende der Saison 2016 Abschied zu nehmen - von meiner aktiven Triathlonzeit und dem Sport den ich so sehr lieben gelernt habe. Dann wird geschaut wie es weiter geht. Zum Glück bin ich ein Mensch mit 1000 und einer Idee im Kopf die meine Selbständigkeit betreffend so wichtig sind. Mit mindestens 20 Stunden mehr Zeit in der Woche, ist dann auch mehr Luft für Kreativität und deren Umsetzung. Natürlich werde ich noch 10-12 Stunden pro Woche sporteln und den Körper in Form halten :-) Es könnte auch sehr gut sein, dass ich nächstes oder übernächstes Jahr doch noch das tue, was ich eigentlich nie so wirklich auf dem Plan hatte, zu versuchen mich in meiner Altersklasse für Hawaii zu qualifizieren. Das wäre dann eine letzte Hauruck Aktion. Um auch dieses Häkchen noch setzen zu können. Aber jetzt, ja jetzt werden erstmal noch die letzten Triathlons dieser Saison ausgekostet und das wird mindestens so fein wie die heiße Pre Race Schoki mit Sahne, die ich im Hotel Ambiente in Trier bekommen habe...siehe Foto...hmmmmmmm!!! :-)

Ach ja, zum hochwasserbedingten Luxembourger 70.3 Duathlon (statt Triathlon) wollte ich auch sehr gerne noch ein paar gebührende Worte schreiben. Der Wettkampf war wirklich top organisiert, ein wunderbares Rennen mit einer doch insgesamt schnelleren Radstrecke als ich das erst aufrgund der Höhenmeter erwartet hatte. Die Zuschauer an der Rad- und Lauftrecke waren fantastisch! Mit meiner eigenen Leistung bin ich wirklich zufrieden. Die Beine waren eben noch vom Bonn-Triathlon sechs Tage zuvor sowie einem 30km Lauf am Mittwoch angeknockt, aber es ging in Luxembourg ja auch um keine Platzierung. Daher bin ich mit dem 11. Platz gesamt absolut d'accord und dem körperlichen Befinden während des Rennens erst Recht.

In der Profikategorie ging Platz 1 bei den Mädels an die sehr sehr starke Natascha Schmitt und bei den Herren an Boris Stein. Platz 2 an Daniela Sämmler und Bas Diederen. Platz 3 an Katharina Grohmann und Evert Scheltinga. Meine Glückwünsche noch einmal an dieser Stelle. Absolut inspirierende Leistungen dieser Damen und Herren.

So, meine Schlafzeiten sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, es ist schon weit nach Mitternacht, der Vollmond scheint vom Himmel - lange schon Zeit, dass die kleine Eule endlich Richtung Bett fliegt.

Sweet dreams,

Eure Celi

Foto: Ingo Kutsche